Interior Design Tipps: Düfte, Farben, Wohnkonzepte

Your home is your castle! Oder dein Nest, dein Schutzraum, dein Rückzugsort – auf jeden Fall der Platz, an dem du dich wohlfühlen solltest. Logisch, dass eine ansprechende Einrichtung, stimmungsvolle Farben, eine passende Dekoration und natürlich ein herzöffnender Duft wichtig dafür sind. Aber was sind gerade die Trends im Interior Design? Welche Farbe ist angesagt? Und wie bekomme ich Wohlfühl-Duft in alle Winkel?

Wir haben mit der Innenarchitektin Bianca Kleinlercher gesprochen, um etwas Feeling für die optimale Gestaltung zu bekommen. Seit vielen Jahren tätig, ist sie eine Expertin, wenn es darum geht, dem Raum ein ganz besonderes, individuelles Leben einzuhauchen. Feinfühlig und leidenschaftlich. Neben der Beratung über die Konzeptentwicklung, die maßgeschneiderte Raumausstattung, das Interieur und die Beleuchtung, individuelle Accessoires sowie Raumdüfte bietet sie alle möglichen Ideen und Lösungen, um einen Raum perfekt in Szene zu setzten.

Kein Wunder also, dass renommierte Hotels und Kunden auf ihre Dienste setzten. Heute allerdings nimmt sich die smarte Innenarchitektin Zeit für uns und unsere Fragen.

Gibt es bestimmte Wohnkonzepte, die derzeit besonders beliebt sind?

Bianca Kleinlercher: Ich nehme im Moment zwei Strömungen wahr. Das Bedürfnis nach Ruhe und Beständigkeit einerseits und den Mut zu Veränderung und Aufbruch andererseits. Themen wie weltpolitische Krisen, der Klimawandel und die fortschreitende Digitalisierung sprechen beide Gefühlswelten an. Auch Eskapismus und das steigende Bewusstsein für mentale Gesundheit sind wichtige Entwicklungen unserer Zeit.

Die Art, wie wir wohnen, ist im ständigen Wandel. Das Zuhause ist der Ort, an dem wir zur Ruhe kommen wollen, wo wir Freunde und Familie treffen und seit wenigen Jahren vermehrt auch arbeiten. Ein globaler Trend ist die steigende Anforderung an ein modernes Zuhause, das vielseitig und gleichzeitig funktional sein soll. Konkret geht es um immer kleiner werdende Wohnräume mit flexibel variierenden Raumzonen. Das stellt eine Herausforderung in der Gestaltung dar. Hatte früher ein Raum eine Funktion, so verschwimmt diese Grenze heute.

Wohnkonzepte, die Behaglichkeit ausstrahlen, uns erden und Geborgenheit vermitteln mit einer effiziente Raumstruktur sowie smarten und flexiblen Stauraum-Möglichkeiten werden immer mehr gewünscht. Mit farbenfrohen Polstermöbeln, skulpturalen Leuchten, zeitlosen Icons und nachhaltigen, natürlichen Materialien. Ein zentrales Merkmal ist die Betonung von Qualität und Langlebigkeit. Diese Eigenschaften spiegeln sich in den Einrichtungsgegenständen wider.

Welche Farben sind gerade angesagt?

Bianca Kleinlercher: Das Pantone Color Institute hat „Viva Magenta“ als Farbe des Jahres 2023 auserkoren. Ein ausdrucksstarker, kräftiger purpurroter Farbton, an der Grenze von warmem Pinkrot und kühlem Violett. Eine ungewöhnliche Farbe für eine ungewöhnliche Zeit. Die lebensfrohe Farbe steht für Kraft, innere Stärke, Furchtlosigkeit und zelebriert eine Leidenschaft für das Leben.

Das Forschungsunternehmen WGSN kürte „Digital Lavendel“ als Trendfarbe des Jahres und zeigt damit, dass wir uns mehr denn je nach Ruhe und Gelassenheit sehnen. Flieder- und Lavendeltöne rufen ein Gefühl von Stabilität, Ausgeglichenheit und Optimismus hervor. Eigenschaften, die Unsicherheiten und Einschränkungen ersetzen sollen. Lavendel wirkt wunderbar sanft und einladend und kreiert in Kombination mit Rostrot und Beigetönen ein ungewöhnlich stimmungsvolles und ruhiges Umfeld.

Brauntöne – gehören für mich aktuell neben Rot- und Terrakottatönen zu den wichtigsten Farben. Sie schaffen eine behagliche Atmosphäre und vermitteln ein Gefühl von Sicherheit. Die Töne Sand, Lehm und Ocker wirken beruhigend und befriedigen den Wunsch nach naturnahem Wohnen. Während ein zartes Pastellbraun einen wunderbaren Kontrast zu Off-White Tönen bildet, eignet sich ein starkes Wallnussbraun als gekonnter Backdrop für einen farbigen Akzent. In Kombination mit gröberen Stoffen und Metallen wirken Brauntöne besonders edel.

Fruchtiges Rotorange bis Terrakotta – Rottöne werden meist mit einer gewissen Vorsicht eingesetzt. Als mutiges Statement wirken insbesondere tiefe, erdige Töne wie Burgunder oder Terrakotta behaglich und elegant.

Red Latex – dieser Farbton ist verführerisch, provokant und hat eine energievolle Ausstrahlung. Als Verner Panton, Mitte des 20. Jahrhunderts, den roten Panton Chair entwarf, war Red Latex schon mal angesagt. Hierbei handelt es sich um ein intensives, erdiges Rot. Dieser Farbton sollte wohldosiert eingesetzt werden und braucht viel Weiß zum Ausgleich. Klassisches Marineblau sowie Grau-Blau-Töne bringen dieses intensive Rot gut zur Geltung.

Salbeigrün – hat eine einladende und gleichzeitig entspannende Wirkung und bringt Ruhe und Kraft in den Raum. Dank dem gräulichen Unterton wirkt der Farbton unaufdringlich und zeitlos und kann hervorragend mit dunkleren Grün- und Rottönen kombiniert werden. Helle Pastelltöne hingegen stellen einen erfrischenden Counterpart für das elegante Graugrün dar.

Honiggelb bis Pfirsich – Die Farbe Gelb steht für Licht, Wärme, Positivität, Kreativität und Hoffnung. Allesamt Eigenschaften, von denen wir in diesem Jahr nicht genug bekommen können. Stimmungsvoll sind kräftige Gelbtöne mit einem braunen Unterton. Dieser Effekt wird verstärkt, wenn man ihn mit dunkelbraunen Akzenten verstärkt. Wer es hingegen etwas frischer und verspielter bevorzugt, die Wärme und Weiche jedoch nicht missen möchte, der kann in diesem Jahr mit bestem Gewissen zu einem sommerlichen Pfirsichorange greifen.

Interior Design mit Sofa

Worauf sollte man bei der Einrichtung kleiner Räume achten?

Bianca Kleinlercher: Die Größe ist bei der Gestaltung nicht unbedingt entscheidend. Primär geht es um die Lust, sich einzulassen und das gewisse Etwas des Raumes hervorzuheben.

Bei kleinen Räumen ist es wichtig, reduziert einzurichten und die richtige Auswahl an Möbeln zu treffen. Zu viel wirkt schnell schwer und verkleinert optisch. Stattdessen bietet es sich an, bewusst minimalistisch zu dekorieren und die Einrichtungsgegenstände proportional zum Raum zu wählen. Der Verzicht von Unwesentlichem schafft Platz für Lieblingsstücke. Auch der Freiraum zwischen den Möbeln ist wichtig. Besser als viele einzelne Möbel sind oftmals auf Maß angefertigte Einbauten mit Stauraum, die multifunktional genutzt werden können.

Zudem sollten die Oberflächen optimiert werden. Das könnte bedeuten, dass man sich für eine Küche aus reinem Edelstahl entscheidet, anstatt für Edelstahlgeräte, die mit Holzschränken gemischt sind. Oder für Holzböden, die in der gleichen Farbe wie die Wände lackiert sind. Die Verwendung von vielfach gleichem Material hilft, die Linien des Raumes zu verwischen und auf engstem Raum ein abgerundetes und offeneres Gefühl zu bekommen.

Die Farbwelt sollte einheitlich sein, mit ein, zwei bunten Akzenten. Um einen kleinen Raum zu strukturieren, ist ein Gestaltungstool Ton in Ton zu arbeiten. Helle Töne eignen sich für kleine Räume besonders gut. Diese lassen den Raum größer wirken, schaffen zusätzlich Weite, vermitteln Ruhe und der Raum wirkt nicht so überladen.

Eine stimmungsvolle Beleuchtung und Lichtquellen sind ebenso wichtig. Unser Auge blendet dunkle Ecken aus, wodurch ein Raum viel kleiner wirkt. Hier helfen Tisch- und Stehleuchten. Eine punktuelle Beleuchtung lenkt den Blick auf besondere Details oder kaschiert, wenn nötig.

Auch ein raumhoher & breiter Store / Vorhang streckt das Zimmer optisch und Teppiche zonieren den Raum.

AERA-Tipp: Unser kleinster Duftheld, der AERA Mini ist für kleine Räume der Game-Changer, was Beduftung angeht. Gerade mal handflächengroß passt er geschmeidig an jede Zimmerwand und sorgt von jeder Steckdose aus für Good Vibes mit deinem Lieblingsduft! 

Welche Interior-Regeln gelten bei großen Räumen?

Bianca Kleinlercher: Sich Zeit lassen, ist generell Regel Nr. 1. Ein Zuhause wird über die Jahre hinweg immer persönlicher, wohnlicher und charmanter. Man eignet sich die Räume an und richtet sie nach seinen persönlichen Wohnbedürfnissen ein. Das geschieht in der Regel nicht von heute auf morgen.

Offene Grundrisse ohne Wände haben in den vergangenen Jahren Beliebtheit erfahren. Statt großer Leere sollte jedoch Gemütlichkeit einziehen. Wichtig ist dabei, sich eine gedankliche Basis zu schaffen. Wie soll sich der Raum anfühlen, wie möchte ich mich darin bewegen und fühlen? Welche Atmosphäre wird gewünscht? Anschließend fällt die Auswahl der dazugehörigen Farben, Möbel und Textilien leichter.

Eine klare Aufteilung der großen Fläche in kleinere Funktionsbereiche verschafft dem Raum eine sichtbare Struktur, die Halt und Orientierung bietet. In großen Räumen ist eine optische Abgrenzung der einzelnen Bereiche besonders wichtig. Der Essbereich, die Sitzecke, der Arbeitsbereich, das Klavier usw. So wirkt der Raum eingerichtet und gleicht nicht einer Lagerhalle. Teppiche, Bilder- oder Bücherwände strukturieren den Raum ebenfalls.

Generell kann Farbe an den Wänden viel bewirken. Je dunkler der Farbton, umso mehr erscheinen die einzelnen Elemente im Raum als eine Einheit. Warme Naturtöne und Holzoberflächen bringen zusätzlich Wärme in den Raum.

Ein großer Raum benötigt nicht besonders viel Mobiliar. Es kommt vielmehr auf das Format an und zwar primär bei den Möbelstücken, die im Mittelpunkt der einzelnen Funktionsbereiche stehen. Das Sofa, der Esstisch usw. Deren Maße können großzügig gewählt werden.

Den Einrichtungsgegenständen Platz geben, ist ebenso wichtig. Das Sofa von der Wand wegrücken wirkt lebendiger und wohnlicher. Zudem sehen diese auch von hinten gut aus und können zusammen mit Salontisch und Sessel als Gruppe frei im Raum stehen. Egal, ob es der Wohnbereich mit dem Sofa, der Essbereich mit dem Esstisch oder der Arbeitsbereich mit dem Sekretär ist. Es darf in Gruppen möbliert werden.

Bei Dekostücke wie Kerzen, Vasen oder sonstigen Wohnaccessoires hilft eine ungerade Anzahl. Das menschliche Auge empfindet Arrangements von drei, fünf oder sieben Dingen als harmonischer und ästhetischer als Zweier- oder Vierergruppen.

Mit Textilien darf ebenso großzügig umgegangen werden. Das dient einerseits der Raumakustik, verleiht dem Raum Gemütlichkeit und bringt wohnliches Flair hinein. Ein Zuhause wirkt steril, wenn Kissen, Decken, Teppiche, Vorhänge usw. fehlen.

Eine durchdachte Lichtplanung ist wesentlich für eine gemütliche Atmosphäre im Raum. Neben der Allgemeinbeleuchtung sollten verschiedene Lichtquellen vorhanden sein. Insgesamt stimmig und gemütlich wirkt die Beleuchtung, wenn man auf eine einheitliche warmweiße Lichtfarbe (2700 Kelvin) achtet.

Große Räume bringen meist große Wandflächen mit sich, die es in Szene zu setzen gilt. Bilder dürfen großformatig ausfallen. Auch wirken diese kompakter, wenn sie in Gruppen gehängt werden. Ein Raum wirkt schnell unruhig und zerfasert, wenn an jeder Wand ein kleines Bild hängt. Gleiches gilt auch für Kunstobjekte.

Und zuletzt ist wichtig, dass ein persönlicher Stil gepflegt wird. Die eigenen vier Wände sollten nicht wie ein Showroom eines angesagten Interior-Labels gestaltet werden. Das wirkt gekünstelt, unnahbar, und niemand fühlt sich wirklich wohl. Die persönliche Note ist wichtig.

AERA-Tipp: Der AERA Smart ist bei größeren Räumlichkeiten der unkomplizierte Duftbegleiter. Easy bedienbar via Smartphone beduftet er deinen Wohnbereich immer dann, wann und wie du willst. Sogar, wenn du noch unterwegs bist und dich aber schon riesig auf dein Zuhause freust – dank Remote Control. 

 

Welche Trends wir 2024 erwarten können, Biancas persönliche Interior Highlights und wie eine ideale Beduftung funktioniert, das verraten wir euch im nächsten Blogbeitrag!